about me

cjlea.com

Hi, I'm Chris .
I am interested in arts, literature, music and movies. Nevertheless I am especially good at:

marketing- & sales-strategies for start ups // sustainable advertising business models// support on "advertising issues" // acquiring advertisers for your business // everything about (digital) radio //

Send me an e-mail if you like to touch base with me...

...or just ask me anything.



  • August 30, 2012 9:41 pm

    18 Millionen Songs auf meinem Smartphone // Oder: Da müssen erst die Schweden kommen…

    Große Mobile-News kommen heute mal wieder in magenta daher. Die Deutsche Telekom und Spotify vereinbaren eine exklusive Kooperation. Für 10 € zusätzlich können sich T-Bestandskunden die Spotify-Musikflatrate aufs Smartphone holen, inklusive Offline-Playlist mit bis zu 3333 Titeln. Der wahrlich clevere Clou: Die vertraglich vereinbarte Datenflatrate wird hiervon nicht berührt, bzw. durch das Musikstreaming reduziert. Schlappe 30 € im Monat kostet der günstigste T-Spotify Tarif für Neukunden. Was soll ich sagen…das ist eine sensationelle Nachricht! Nicht weil ich der weltgrößte Spotify-Fan wäre, nein, weil das ein entscheidender Schritt weg vom Leinenzwang für gestreamte Audionutzung ist. Während in den USA die frei laufenden Zugriffe auf Musik- und Audioplattformen stark wachsend deutlich über 20% liegen, dümpeln die deutschen Smartphone-Visits auf Musik- und Radio-Properties bislang eher relevanzfrei vor sich hin. Größter Grund hierfür ist das Fehlen echter Datenflatrates im deutschen Mobilfunkmarkt. Selbst im Telekom XXL-Tarif wird der Daten-Traffic nach Erreichen von 1GB im Monat auf unerträgliche 5-8 Mbit/s heruntergebremst. Unabhängig davon, dass der mobilmediale Koitus Interruptus spätestens zur Monatshälfte eine umso größere Frechheit ist, da es einfach kein größeres (und noch teureres) Paket gibt, verhindert er in der Tat seit Jahren erfolgreich die Empfängnis von erfolgreichen mobilen Streaminggeschäften in Deutschland. Jetzt könnte man ganz böse auf der Telekom rumhacken (was gerechtfertigt, aber wahnsinnig langweilig wäre) oder aber die beiden frischgebackenen Kooperationspartner für ihren cleveren Schritt loben. Ich entscheide mich für letzters. Wieder einmal zeigen uns ein paar Schweden, wie’s geht. Sollten die zusätzlichen 10 € im Monat eine echte Musikflatrate sein und nicht nach einem Gigabyte Rock’n’Roll nur noch slowmotion-surfing kompatible Midi-Files aus dem Fernsprecher piepen, ist die Nummer ein ziemliches Brett. Obschon es hier also erst einmal gilt, das Kleingedruckte abzuwarten, kann man jedoch bereits das folgende konstatieren:

    Privatradio:

    Seit 28 Jahren im deutschen Markt, vor 10 Jahren mal ein bisschen mit Rückkanal-fähigen dab-Handhelds rumexperimentiert, das ganze dann aber als „Bunte-Bildchen-Schnickschnack“ abgetan und wieder dem edisonschen „real shit“ ohne lästige Nullen und Einsen zugewendet, die kurzfristige Umnachtung im Hause Nokia, die zum Einbau von FM-Chips in Mobiltelefone geführt hat, als Sieg gefeiert, in Folge den Umstieg auf, dem Nutzungsverhalten angemessene, digitale Musikformate verschlafen,  die Einführung jedweder digitaler Broadcasting-Technologie erfolgreich verhindert, statt die Schlafbrille abzunehmen, die „digitalen Musikabspieler“ und „Internet Jukeboxen“ wahlweise belächelt oder diffamiert und auf die überraschenden Inhalte und Informationsfülle des Tagesbegleiters Nr.1 gepocht.  Hab ich noch was vergessen? Ach ja: Sich aller beinahe verzweifelter Vorstöße seitens der Autoindustrie,  mit Content beliefert zu werden, mit dem Argument verschlossen, man würde wenn dann nur linear und auf keinen Fall „zerschnippelt“ ins Auto wollen, weil man ja die alleinige Kompetenz zur wissenschaftlich fundierten Aneinanderreihung von „blabla“ und „lala“ habe und das Produkt ja das 24stündige Gesamtkunstwerk und nicht die halbe Stunde Lifestyle-Magazin sei. Chapeau! Ich habe den größten Respekt vor Menschen mit großem Selbstbewusstsein und, ganz ehrlich, was stört es denn den deutschen Volksempfänger, wenn sich das World Wide Web an ihm schubbert.

    Spotify:

    Seit fünf Monaten im deutschen Markt, Spotify-Radio eingeführt. Kooperation mit der US-Autoindustrie über den Einbau von Spotify-Apps abgeschlossen, Vertrag mit der Deutschen Telekom über exklusive Musik-Flatrate (16 Mio. Songs) inklusive offline Sync (3333 Songs // Der durchschnittliche deutsche Privatradiosender spielt gerade einmal 250-300) und eigenem Tarif abgeschlossen. Um kurz Jay Z zu zitieren: „Not bad, huh, for some immigrants.“ Oder anders ausgedrückt: In der Zeit, in der die Jungs 1,1 Mio monatliche Uniques gewinnen, ihr Produkt ins Auto und aufs Handy bringen, ist man beim VPRT dann auch fast mit dem Schmieren der Lachsstullen für die nächste Mitgliederversammlung fertig.

    Aber genug der Schelte: Gutes Essen ist wichtig und in Deutschland ist man schon immer hervorragend damit gefahren, einfach mal abzuwarten, ob doofe Sachen nicht ganz allein vorbeigehen. Ich freue mich für die Kollegen von Spotify und hoffe, dass sich diese Kooperation befruchtend auf die mobile Nutzung von streaming media in Deutschland auswirkt.

    Was das für Radio bedeutet?

    Ach so.

    Für Radio bedeutet das, dass, wenn jetzt erwartungsgemäß dab+ als digitales Verbreitungsbiotop vor die Wand fährt, alle assets der mobilen digitalen Musikverbreitung verteilt sind…an andere. Die sind zwar nicht so gut im Aneinanderreihen von „blabla“ und „lala“ aber die wissen, wie man in der digitalen Welt mit hochwertigem Content gute Geschäfte macht.

    P.S.: Liebes Vodafone, ruf doch mal bitte bei deezer an, während Karlheinz und Kai kurz gucken, ob dieses Internet immer noch da ist.